Jubiläum: Der 20. Rösrather Salon zum Thema Hospize

Ein kleines Jubiläum: nach einer längeren Pause startete der Rösrather Salon mit seiner 20. Ausgabe in das Jahr 2020!

Und dies mit einem Thema, das uns buchstäblich alle angeht bzw. angehen kann, der Diskussion nämlich um Sinn und Notwendigkeit von Hospizen in Deutschland: „Hospize – in der Balance zwischen Würde und Wirtschaftlichkeit?“

Die Zusammensetzung der Gäste -von PalliativmedizinerInnen über hospizerfahrene Musiktherapeutin, einer demnächst hospizgründenden Hausärztin, ehrenamtlichen Hospizbegleitern, Menschen die bereits persönliche Erfahrungen mit Hospizen und Palliativmedizin gemacht hatten bis hin zu völlig Unerfahrenen „wie sieht’s da drin überhaupt aus?“-, diese Zusammensetzung spiegelte sich auch in den angesprochenen Themen wider: Wie finanzieren sich Hospize in Deutschland eigentlich? Was unterscheidet sie von Altenheimen oder Krankenhäusern? Was ist denn das Wichtigste und Besondere für die Menschen, die ihren letzten Lebensabschnitt in einem Hospiz verbringen? Wer darf da überhaupt rein? Wie können die professionellen und die ehrenamtlichen Mitarbeitenden das aushalten, dass da so viel gestorben wird? Und: wo sind wir in Deutschland hingekommen, dass wir die Sterbenden „abschieben“? Oder ist im Gegenteil die Hospizbewegung eine konsequente Weiterentwicklung einer sich entwickelnden positiven Sterbekultur, eine bessere Versorgung medizinisch-physischer und auch psychischer, sozialer und spiritueller Natur in einer Gesellschaft, in der es die versorgende Großfamilie (die ja auch hoffnungslos romantisiert wird bisweilen) einfach kaum mehr gibt und gerade alte Menschen immer mehr vereinsamen? Und ist es nicht gerade die immer besser verzahnte Zusammenarbeit und das Zusammenwirken von ambulanter Palliativversorgung, Hospizbewegung und Verwandten und Freunden, welche der letzten Lebensphase den Schrecken nehmen und eine Bereicherung geben können? Und mal andersrum betrachtet: wie bereichernd kann eine solche gemeinsame Erfahrung für alle Begleitenden sein?

Dass an diesem Abend auch viel gelacht wurde, lag sicher daran, dass alle Salongäste zusammen eine besondere Atmosphäre der Offenheit, des Herzöffnens und von Zuwendung geprägt schufen, aber insbesondere auch an den beiden Impulsgebern: mit Tobias-Paulus Brombach, Hausarzt und Palliativmediziner mit Praxis in Neunkirchen und Michael Ziegert, Unternehmer und leidenschaftlichem Hospizbeförderer waren zwei Ansprechpartner zu Gast, die Kompetenz, Leidenschaft und viel Erfahrung zusammenbringen. Beide zusammen -gemeinsam mit vielen anderen UnterstützerInnen- gründen das gerade neu entstehende Sibila-Hospiz in Hennef, das in der guten Tradition des hochangesehenen Elisabeth-Hospizes in Lohmar-Deesem, einem der ersten Hospize in Deutschland überhaupt, stehen soll. Der Geist dieses Hauses, das von Tobias-Paulus Brombach’s Eltern gegründet wurde, wird im neuen Sibila-Hospiz aufgenommen und weiterentwickelt werden.

Wer sich für die dortige Arbeit, vielleicht auch Mitarbeit und Unterstützung interessiert, findet weiter unten Informationen und Links und natürlich auf der website des Sibila-Hospizes unter www.sibilla-hospiz.de

Einen guten Einblick in die Arbeit des Hospiz gibt das Interview von Julitta Münch mit Tobias-Paulus Brombach und Michael Ziegert , das hier aufzurufen ist:  https://youtu.be/EOcQlCKiR24

Weitere Informationen: sibilla_Leporello_Info_Januar2020_02

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