Rösrather Salon «Herausforderung Digitalisierung»

  • 16.11.2017 19:30 Uhr
  • Schloss Eulenbroich
    Zum Eulenbroicher Auel 19
    51503 Rösrath

 

 

 

 

 

 

Das Beratungshaus SolidarConsult lädt ein zum

16. Rösrather Salon
am 16. November 2017 um 19.30 Uhr
zum Thema
«Herausforderung Digitalisierung:
Massenarbeitslosigkeit oder radikales Umdenken?»

mit Michael Schubek

im Schloss Eulenbroich in Rösrath.

Die Digitalisierung der Wirtschaft wird nach Schätzungen von Experten zwischen 20 und 40% der heutigen Arbeitsplätze überflüssig machen. Wie soll unsere Gesellschaft damit umgehen, wie können wir uns vorbereiten?

Während in der Vergangenheit nur radikale Utopisten das bedingungslose Grundeinkommen gefordert haben, wird diese Idee inzwischen auch vom Management der Konzerne als eine denkbare Antwort auf die zu erwartenden gesellschaftlichen Umbrüche in die Diskussion gebracht. Auch eine Finanzierung durch eine „Maschinensteuer“ scheint diskussionsfähig zu sein. Andererseits ist durch die IG Metall die 28-Stunden-Woche in die Verhandlungen gebracht worden, eine andere Alternative zur Umverteilung von Arbeit.

Hinzu kommt, dass es mehr als genug zu erfüllende Aufgaben gibt: Der Notstand in der Pflege, in der sozialen Arbeit und in der Gestaltung unserer Städte ist augenfällig.

Über diese Herausforderungen der Digitalisierung wollen wir gemeinsam mit Ihnen diskutieren.

Wie mit diesen Herausforderungen umgehen? Nach dem Impulsvortrag laden wir ein zum offenen Gespräch und zum gemeinsamen Nachdenken.

 

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Kommentar

„Herausforderung: Digitalisierung“
Da hat sich der Rösrather Salon am 16. November 2017 an ein Thema gewagt, das derzeit in aller Munde ist: „Digitalisierung“. Für mich als Juristen immer wieder als wichtiger Ausgangspunkt jeder Diskussion: die Begriffsklärung: Sie scheiterte, ja sie musste hier scheitern. Gleichwohl gab es eine lebhafte Diskussion, in der wir ohne Begriffsklärung am Thema blieben und die neuen Probleme von vielen Seiten beleuchteten. Mit Rückblick auf die frühere industrielle Revolution, die wohl mit der Dampfmaschine begann, sich mit der nachfolgenden Fließbandproduktion fortsetzte und nun in der so genannten Digitalisierung weiter entwickelt, und zwar. mit nicht absehbaren Folgen. Allen ist klar, dass sich der Prozess beschleunigt und dass es – wie immer bei Veränderungen – Gewinner und Verlierer geben wird – so im Eingangsreferat von Michael Schubek ausgeführt. Mögen die Verlierer nicht allzu zahlreich sein.
Aus der Diskussionsrunde kam eine Vielzahl unterschiedlicher Meinungen und Erfahrungen: eindrucksvoll und oft beängstigend. Für mich als Jurist – auch von vielen Teilnehmern beklagt – fehlt es an korrigierenden rechtlichen Vorschriften. Die Justiz steht hilflos am Rande, kann konkrete Rahmenbedingungen nicht bestimmen, zumal sie in ihre Arbeitsweise am wenigsten von der Digitalisierung beeinflusst wird. Letztlich bleibt ihr nur die Möglichkeit, auf die Einhaltung der Grundrechte zu achten, wobei die Begriffe Würde persönliche Kreativität, Freiheit, Recht auf Arbeit, rechtliche Kontrolle genannt wurden. Den Teilnehmern des Abends wurde klar, dass hier vieles unklar ist. Häufig wurde die Angst vor Verlusten der gewohnten Arbeitsplätze genannt, auch die beängstigende Entwicklung, dass Arbeits- und Lebensbiographien immer mehr zur Vereinsamung und Verlust persönlicher Freiheit führen könnten. Demgegenüber aber auch die Hoffnung auf Verbesserungen der Arbeits- und Lebensbedingungen. Besorgnis und Hoffnung hielten sich die Waage. Mulmig ist mir und wohl auch den anderen, dass wir dem Prozess der „Digitalisierung“ mehr oder weniger hilflos ausgesetzt sind. Wie auch sonst: Da gab es die einen, die mit Optimismus der Entwicklung entgegensehen, und die anderen, die mehr angstvoll in die Zukunft sehen.

Kurzum: Viele wertvolle Gedanken. Ich bin klüger geworden, doch weiß ich immer noch nichts Genaues. Und meiner Grundeinstellung entsprechend: Es wird schon irgendwie gut gehen. Aber das „Wie?“ – ein großes Fragezeichen!
19. November 2017
Dr. Gerhard Hohmann