Besprechungsrituale durchbrechen: Arbeitskreis im Kreis

Kürzlich haben wir in einem Arbeitskreis gearbeitet und auch tatsächlich einen Stuhlkreis gebildet. Zunächst gab es einige Kommentare wie „Wir seien doch nicht mehr im Kindergarten…” In der Reflektion am Ende der Arbeitskreissitzung haben wir dann gemeinsam festgestellt, dass die Besprechung erfreulich anders war als sonst.

Niemand hatte mit dem Smartphone gespielt, der Umgangston war freundlicher und zugewandter, wir haben einfach besser zugehört.

Vielleicht ist es die Magie des Kreises, die der Mensch schon seit Urzeiten kennt und die sich am Lagerfeuer und in Gesprächskreisen ganz natürlich ergibt. Gleichberechtigt im Kreis zu sitzen hilft, vertraute und entspannte Begegnungen zu erreichen. Der Kreis lädt zum Mitmachen ein und sorgt für gleiche Augenhöhe unter den Versammelten.

„Den Tisch schön decken…“

Bei Besprechungen schenken wir der Form viel zu wenig Beachtung. Denn allzu oft sind wir auf die eigentliche Aufgabe, auf Inhalt und Agenda vorbereitet – nicht aber auf die Gestaltung des Raumes. In anderen Zusammenhängen ist uns die Bedeutung des Raumes viel bewusster: Zum guten Essen gehört auch ein schön gedeckter Tisch. Ganz selbstverständlich. Und auch bei der Einrichtung unserer Wohnung machen wir uns viele Gedanken.

Nur für Besprechungen, in denen wir viele Stunden unseres Lebens verbringen, da „verschwenden“ wir keine Gedanken auf die Raumgestaltung. Wie in der Architektur sollte die Form der Funktion folgen. Wenn wir das Ziel einer Besprechung festlegen, dann sollten wir die dazu passende Sitzordnung ermitteln. Wenn wir Macht demonstrieren und Konfrontation befördern wollen, dann sind sich gegenüberstehende rechteckige Tische gut geeignet. Wenn wir unterschiedliche Meinungen und Positionen unter einem Hut bringen wollen, einen Rahmen für gemeinsames, konstruktives Nachdenken schaffen wollen, dann wählen wir besser den Kreis, ganz ohne Tische.

„form follows function“

Der Kreis sollte ergänzt werden durch weitere unterstützende Maßnahmen: Die Intention der Besprechung vorab deutlich machen und sich zu Beginn durch einen Check-in-Prozess des gemeinsamen Verständnisses versichern. Vereinbarungen zur Arbeit im Kreis wie zur Vertraulichkeit und zur Rollenverteilung (Gastgeber, Achtgeber, Schreiber) unterstützen die wirkungsvolle Arbeit.

Aber keine Sorge! Es muss nicht alles gleich perfekt sein. Machen Sie sich auf den Weg. Es gibt gute Gründe, die üblichen Besprechungsrituale zu durchbrechen.

Und apropos „Sitzordnung im Arbeitskreis“: Wir freuen uns auf Sie bei der nächsten SchlossWerkstatt am 12. Oktober 2017 zum Thema „Steak trifft Tofu“ mit spannenden Rezeptideen für das Zusammenarbeiten und Zusammenleben. Lassen Sie sich überraschen, welche „Methode“ wir für Sie parat halten.

Manchmal ist für den neuen Weg auch der externe Blick und die Unterstützung hilfreich. Wir, das Beratungshaus SolidarConsult, helfen gerne und teilen unsere positiven Erfahrungen gerne auch mit Ihnen. Sprechen Sie uns an: info@solidarconsult.de

Herzliche Grüße,
Ihr Michael Schubek

(Bildquelle: fiidesign via unsplash, CCO)

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